Prüfprotokoll und Auslegung
Standortanalyse Photovoltaik und Wärmepumpe
Erhebung der Dachflächen, des Lastgangs und der Heizlast am Standort Musterstraße 14, 8010 Graz. Grundlage für Angebot und Netzanmeldung.
- Auftraggeber
- Musterbetrieb
- Erhebung
- 4. – 18. Feb 2026
- Bearbeiter
- M. H.
- Revision
- 02 · 12. März 2026
Alle Messwerte in diesem Dossier stammen aus eigener Erhebung vom 4. bis 18. Februar 2026. Angaben ohne Messgrundlage sind als Annahme gekennzeichnet.
1Ausgangslage und Auftrag
Das Gebäude wird mit einem Ölkessel aus dem Baujahr 2004 beheizt; der Strombezug ist über einen Liefervertrag bis Ende 2027 zu einem festen Preis gebunden. Der Jahresverbrauch lag laut Abrechnung 2025 bei 12.400 kWh, überwiegend aus Kühlung, Druckluft und Beleuchtung während der Betriebszeiten.
Der Auftrag umfasst die Erhebung der Dachflächen, eine Lastgangmessung über 14 Tage, die raumweise Heizlastberechnung sowie die Auslegung einer Photovoltaikanlage mit Speicher und einer Wärmepumpe als Ersatz für den Ölkessel. Ergebnis ist eine Auslegung, die als Grundlage für Angebot und Netzanmeldung dient. Werte, die nicht auf Messung beruhen, sind in Kapitel 6 als Annahmen ausgewiesen.
2Bestandsaufnahme am Objekt
2.1Dachflächen und Verschattung
Das Gebäude verfügt über ein Satteldach mit 32° Neigung und einer Firstrichtung von Ost nach West. Die Südfläche misst 148 m², die Nordfläche bleibt unberücksichtigt. Auf der Südfläche stehen zwei Dunstrohre und ein Kamin, die zusammen 9 m² Belegungsfläche entziehen.
Die Verschattung wurde am 11. Februar mit einem Horizontscan aufgenommen. Zwischen 7 und 15 Uhr ist die Fläche frei. Ab 15 Uhr wirft die westlich angrenzende Halle einen Schatten über die untersten zwei Modulreihen. Für die Prognose wurde dieser Verlust mit 12 % auf die betroffenen Stränge angesetzt und nicht auf die Gesamtanlage gemittelt.
2.2Lastgangmessung, 14 Tage
Die Messung lief über 14 Tage im Viertelstundenraster. Die Grundlast liegt bei 2,1 kW und stammt überwiegend aus Kühlung und Druckluft. Die Tagesspitze tritt zwischen 9 und 11 Uhr auf und fällt damit in das Ertragsfenster der Südfläche.
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| Größe | Messwert | Einheit | Quelle |
|---|---|---|---|
| Grundlast | 2,1 | kW | Messung |
| Tagesspitze | 11,6 | kW | Messung |
| Jahresverbrauch | 12.400 | kWh | Abrechnung |
| Heizlast, Gebäude | 14,8 | kW | Berechnung |
| Belegbare Dachfläche | 139 | m² | Aufmaß |
3Auslegung Photovoltaik
Auf der belegbaren Südfläche von 139 m² finden 28 Module zu je 400 Wp Platz, in vier Reihen zu sieben Modulen. Das ergibt eine Anlagenleistung von 11,2 kWp. Die Belegung folgt dem gemessenen Lastgang: die Anlage ist so bemessen, dass die Tagesspitze zwischen 9 und 11 Uhr im Sommer vollständig und im Winter zu rund einem Drittel aus eigener Erzeugung gedeckt wird.
Die Module werden auf zwei Stränge verteilt. Die untersten zwei Reihen bilden einen eigenen Strang, damit die Verschattung ab 15 Uhr nicht auf die gesamte Anlage durchschlägt. Für diesen Strang ist der Ertrag mit 12 % Abschlag angesetzt. Der prognostizierte Jahresertrag beträgt 11.850 kWh. Ein Speicher mit 10 kWh nutzbarer Kapazität verschiebt den Nachmittagsüberschuss in die Abendstunden; größere Speicher bringen bei diesem Lastgang keinen messbaren Zugewinn.
| Größe | Wert | Einheit | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Module | 28 × 400 | Wp | Aufmaß |
| Anlagenleistung | 11,2 | kWp | Berechnung |
| Stränge | 2 | – | Horizontscan |
| Jahresertrag | 11.850 | kWh | Prognose ± 5 % |
| Speicher, nutzbar | 10 | kWh | Lastgang |
4Auslegung Wärmepumpe
Die raumweise Heizlastberechnung nach ÖNORM ergibt für das Gebäude 14,8 kW bei Normaußentemperatur. Vorgesehen ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 15 kW Heizleistung, die den Ölkessel vollständig ersetzt. Die bestehenden Heizkörper bleiben; die Vorlauftemperatur wird auf 50 °C begrenzt, was nach dem Abgleich am Objekt für alle Räume ausreicht.
Der Hydraulikabgleich erfolgt bei der Inbetriebnahme raumweise. Als Zielwert für die Jahresarbeitszahl sind 3,8 angesetzt; sie wird nach zwölf Monaten Betrieb nachgemessen und dem Betreiber im Messprotokoll ausgewiesen. Der Strombedarf der Wärmepumpe von rund 4.200 kWh im Jahr fällt zu zwei Dritteln in die Übergangszeit und wird dort überwiegend aus der eigenen Erzeugung gedeckt.
5Wirtschaftlichkeit
Prognose für 11,2 kWp auf der Südfläche, gerechnet mit dem gemessenen Lastgang. Der Eigenverbrauch bleibt in den Sommermonaten unter der Erzeugung; der Überschuss geht in die Wärmepumpe.
Abbildung 3 · Erzeugung und Verbrauch im Jahresverlauf
Monat berühren: ablesen
- Jahresertrag
- 11.850kWh
- Eigenverbrauch
- 68 %gemessen
- Amortisation
- 7,4Jahre
- Risiko
- – 12 %Verschattung Ost
Der Eigenverbrauchsanteil steigt mit Speicher und Wärmepumpe von heute 31 % auf 68 %; der Zugewinn entsteht zu zwei Dritteln aus der Wärmepumpe und zu einem Drittel aus dem Speicher. Der Netzbezug sinkt von 12.400 kWh auf 3.970 kWh im Jahr. Zusammen mit dem entfallenden Heizöl ergibt sich eine Ersparnis von 2.310 € je Jahr; bei einer Investition von rund 17.100 € nach Förderung liegt die Amortisation bei 7,4 Jahren.
Sensitivität
Ersparnis je Jahr
2.310€
Amortisation
7,4Jahre
Netzbezug neu
3.970kWh
Ockerfarben, sobald die Werte von der Auslegung abweichen.
„Die Auslegung stand vor dem Angebot, nicht danach."
Betriebsleitung · Musterbetrieb
6Risiken und Vorbehalte
Gemessen sind Dachfläche, Verschattung, Lastgang und Heizlast. Drei Größen in dieser Auslegung beruhen nicht auf Messung und sind entsprechend gekennzeichnet:
- Annahme 1
- Strompreis nach Ablauf des Liefervertrags Ende 2027, fortgeschrieben mit dem Vertragspreis von 25 ct/kWh. Eine Preissteigerung verkürzt die Amortisation, eine Senkung verlängert sie (Sensitivität in Kapitel 5).
- Annahme 2
- Dauer der Netzanmeldung. Der Netzbetreiber nennt sechs Wochen; das Montagefenster KW 19 setzt die Einbringung bis 3. April voraus.
- Annahme 3
- Dachstatik. Die Belegung von 139 m² geht von einer Reservetragfähigkeit von 20 kg/m² aus; der Nachweis durch den Statiker steht aus und liegt vor der Bestellung vor.
- Vorbehalt
- Verschattung Ost ab 15 Uhr, im Ertrag mit – 12 % auf den betroffenen Strang berücksichtigt. Ein Rückbau der Nachbarhalle ist nicht angenommen.
Fußnote · Alle Annahmen sind im Angebot als solche ausgewiesen; tritt eine anders ein, wird die Auslegung angepasst, nicht der Preis.
7Umsetzungsplan
- 01Messprotokoll freigebenbis 20. März
Anhang A gegenzeichnen. Danach ist die Auslegung verbindlich.
- 02Auslegung finalbis 3. April
Speichergröße festlegen, Netzanmeldung durch uns einbringen.
- 03Montagefenster fixierenKW 19
Zwei Teams, vier Arbeitstage, Inbetriebnahme am fünften.
Nach der Inbetriebnahme läuft die Nachmessung über zwölf Monate. Die Jahresauswertung mit Ertrag, Eigenverbrauch und Jahresarbeitszahl geht an den Betreiber und wird Teil des Messprotokolls.
AAnhang · Messprotokolle
| Größe | Wert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Messgerät | Netzanalysator, Klasse A | kalibriert 01/2026 |
| Zeitraum | 4. – 18. Feb 2026 | 14 Tage |
| Raster | 15 Minuten | 1.344 Messpunkte |
| Zählpunkt | AT00300000 | Abrechnung 2025 liegt bei |
| Horizontscan | 11. Feb 2026 | Südfläche, drei Standpunkte |
| Rohdaten | Blatt 24 bis 27 | auf Anfrage, nicht Teil dieses Auszugs |